Spie­len gegen das Ver­ges­sen zum Welt-Alz­hei­mer­tag

Spielen gegen das Vergessen
Spie­len gegen das Ver­ges­sen

Spie­len gegen das Ver­ges­sen zum Welt-Alz­hei­mer­tag

Bonn/​Berlin – Demenz zählt zu den größ­ten gesund­heit­li­chen Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit. Laut Alzheimer’s Rese­arch sind welt­weit bereits rund 47 Mil­lio­nen Men­schen betrof­fen – bis 2050 ist mit 130 Mil­lio­nen Erkrank­ten zu rech­nen. Die Deut­sche Alz­hei­mer Gesell­schaft e.V. spricht von fast 1,6 Mil­lio­nen Betrof­fe­nen allein in Deutsch­land und rech­net damit, dass sich die­se Zahl bis 2050 nahe­zu ver­dop­peln könn­te. Hei­lungs­aus­sich­ten gibt es bis heu­te kei­ne, und für die Ent­wick­lung von The­ra­pi­en, die den Krank­heits­ver­lauf ver­zö­gern oder stop­pen könn­ten, feh­len noch Daten. Zum Welt-Alz­hei­mer­tag, am 21. Sep­tem­ber, wird durch viel­fäl­ti­ge Akti­vi­tä­ten welt­weit auf die häu­figs­te Erkran­kungs­form der Demenz auf­merk­sam gemacht.

Demenz und damit ein­her­ge­hen­de Gedächt­nis- und Navi­ga­ti­ons­pro­ble­me wer­den immer noch nicht sel­ten als Alters­er­schei­nung inter­pre­tiert. Die Ein­schrän­kung der räum­li­chen Ori­en­tie­rung ist bei vie­len Demenz­kran­ken ein frü­hes und all­tags­re­le­van­tes Sym­ptom. Sie fin­den sich selbst in ver­trau­ten Umge­bun­gen nicht mehr zurecht. Dass die Krank­heit, die Betrof­fe­nen nach und nach kogni­ti­ve, emo­tio­na­le und sozia­le Fähig­kei­ten nimmt, jeden tref­fen kann, wis­sen nur Weni­ge – eben­so unbe­kannt ist die Lage der Ärz­te, wel­che nur schwer zwi­schen nor­ma­lem und patho­lo­gi­schem Ver­hal­ten unter­schei­den kön­nen.

Um Dia­gno­se­tests und effek­ti­ve Behand­lungs­me­tho­den zu ent­wi­ckeln, die den Fort­schritt von Demenz ver­ur­sa­chen­den Erkran­kun­gen ver­lang­sa­men oder stop­pen kön­nen, wer­den Ver­gleichs­wer­te von gesun­den Men­schen benö­tigt, soge­nann­te Norm­da­ten. Die Demenz­for­schung ist somit auf die Unter­stüt­zung gesun­der Frei­wil­li­ger ange­wie­sen“, sagt Prof. Dr. Ste­phan A. Brandt, stell­ver­tre­ten­der Direk­tor der Kli­nik für Neu­ro­lo­gie, Cha­rité Ber­lin.

Die Initia­ti­ve #gamef­or­good der Deut­schen Tele­kom hat sich der Her­aus­for­de­rung ange­nom­men, drin­gend benö­tig­te Daten zur räum­li­chen Ori­en­tie­rung gesun­der Men­schen zu erhe­ben – mit dem welt­weit ers­ten mobi­len Spiel Sea Hero Quest“. Gemein­sam mit Part­nern aus Wis­sen­schaft und For­schung hat das Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men jetzt ergän­zend eine Vir­tu­al-Rea­li­ty-Ver­si­on von Sea Hero Quest“ ent­wi­ckelt, wel­che die nun erst­mals zur Ver­fü­gung ste­hen­den Norm­da­ten aus dem mobi­len Spiel wei­ter prä­zi­siert und ergänzt.

Bis heu­te haben welt­weit mehr als 3 Mil­lio­nen Men­schen der Wis­sen­schaft anony­me Spiel-Daten zur Ver­fü­gung gestellt. Die erho­be­nen Daten sind ein zen­tra­ler Schritt für die Ent­wick­lung neu­er Ver­fah­ren zur früh­zei­ti­gen Dia­gno­se von Demenz und wer­den bereits von der Uni­ver­si­ty of East Anglia (UEA) zu Ana­ly­se­zwe­cken auch bei Demenz­kran­ken genutzt. Sea Hero Quest“ ist ein inno­va­ti­ves Bei­spiel für ange­wand­te For­schung. Durch die Bereit­stel­lung von Spiel-Daten zur räum­li­chen Ori­en­tie­rung trägt sie dazu bei, Altern und Demenz bes­ser zu ver­ste­hen“, erläu­tert Prof. Dr. Ste­phan A. Brandt.

Prof. Dr. Dr. Ste­fan Schnei­der von der Deut­schen Sport­hoch­schu­le Köln wird Sea Hero Quest“ im Rah­men einer aktu­ell lau­fen­den Stu­die, mit Men­schen die ers­te Anzei­chen einer Demenz auf­wei­sen, ein­set­zen. Ins­be­son­de­re der Zusam­men­hang zwi­schen kör­per­li­cher Akti­vi­tät und die Fähig­keit, sich räum­lich zu ori­en­tie­ren, ist hier von Inter­es­se. Prof. Schnei­der wird dabei, wie Micha­el Horn­ber­ger, Pro­fes­sor für ange­wand­te Demenz­for­schung (UEA), die Pati­en­ten-Ver­si­on des mobi­len Spiels ein­set­zen und zieht für die Aus­wer­tung die gewon­ne­nen Norm­da­ten aus dem mobi­len Spiel Sea Hero Quest“ ver­glei­chend zur Rate. Ers­te Ergeb­nis­se wer­den im Früh­jahr 2018 erwar­tet.

Mit Sea Hero Quest VR“ wer­den die For­scher auf die enor­me Daten­men­ge auf­bau­en, die bereits über das mobi­le Spiel gene­riert wur­de. Im Ver­gleich zum mobi­len Spiel kön­nen mit dem VR-Spiel, das kleins­te Kör­per­be­we­gun­gen des Spie­lers regis­triert, deut­lich prä­zi­se­re Spiel-Daten erho­ben wer­den. Inno­va­ti­ve Tech­no­lo­gi­en kön­nen der Schlüs­sel zu drän­gen­den Fra­gen unse­rer Zeit sein. Gemein­sam mit unse­ren Part­nern wol­len wir die Demenz­for­schung nach­hal­tig vor­an­brin­gen“, sagt Hans-Chris­ti­an Schwin­gen, Mar­ken­chef der Deut­schen Tele­kom.

Einen eige­nen Bei­trag zum Welt-Alz­hei­mer­tag zu leis­ten, ist in die­sem Jahr leich­ter als je zuvor: Sea Hero Quest VR“ wur­de für die Sam­sung Gear VR-Bril­le ent­wi­ckelt und kann im Ocu­lus-Store her­un­ter­ge­la­den wer­den. Das mobi­le Spiel Sea Hero Quest“ ist für iOS- und Andro­id-Gerä­te ver­füg­bar und kann über den App Store sowie Goog­le Play her­un­ter­ge­la­den wer­den. Bei­de Spie­le sind kos­ten­los.


Text & Bild: Deut­sche Tele­kom AG